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Erstes lokales Meeting mit unseren Frauen in Gambia

Endlich ist es soweit! Fanta Fanneh und ich haben uns gut vorbereitet und emsig daraufhin gearbeitet! Den richtigen Tag gewählt, Ablauf festgelegt, Frauen eingeladen, Raum vorbereitet…. Und am Donnerstag 12. März 2026 war es dann soweit: Ein erstes Treffen mit unseren Frauen und Projektpartnerinnen in Gambia findet feierlich statt. Die Reissäcke hatte ich am Tag davor organisiert und in Fantas Stube gelagert. Die Frauen kommen pünktlich zum Meeting, ausser Fatou Manneh, die noch zwei Stunden mehr Arbeit hatte (sie wäscht die Leichen im Krankenhaus zu einem Hungerlohn), denn jede Stunde zählt.

Da sitzen sie nun mit breitem Lächeln, freundlich, neugierig und auch etwas nervös. Ich erzähle über die Gründung des Vereins, über die Idee, über das Vorgehen und über unseren Ablauf.

Es folgt eine ergiebige erste Austauschrunde über das Thema «Stressabbau durch Optimismus». Meine Frage lautet, was für persönliche Strategien jede von uns entwickelt hat, um in Stresssituationen wieder zur inneren Ruhe zu kommen. Jede ergreift das Wort einzeln. Es wird ausgetauscht und voneinander gelernt. Fatou berichtet über ihre Lieblingsmusik und spielt sie uns vom Handy ab, andere meinen, sie gehen in einer Stresssituation eine kleine Runde spazieren oder legten sich 10 Minuten schlafen.

Danach übergebe ich jeder Familie die Reissäcke und an Fatou Fanneh, die Mutter von Bintou, zusätzlich das Schulgeld für ihre Tochter Bintou Jabbi, damit sie ihr letztes Schuljahr besuchen kann. Die vielen Spenden, erlauben, dass ich jeder Familie auch noch 2000 Dalasi (ca. CHF 22.-) Bargeld übergeben kann. Die Frauen sind sichtlich berührt und erleichtert: Sie sprechen ein grosses und ehrliches, herzhaftes DANKESCHÖN aus! Danke, dass Schweizerfrauen an uns gedacht haben und uns unterstützen wollen! DANKE, DANKE, DANKE!

Zwei Frauen haben keine Transportmöglichkeit für die schweren Reissäcke und zu Fuss wäre es definitiv zu weit. So fahre ich sie auf den holprigen, ziemlich abenteuerlichen Naturstrassen nach Hause, die Reissäcke verschwinden auf den Schultern von Söhnen zu den Häusern, bereit für den Einsatz.

Wieder zurück bei Fanta, treffe ich auch die inzwischen eingetroffene Fatou Manneh. Ich erkläre ihr die Vereinsidee und das Vorgehen und überreiche dann die Reissäcke, Fatou kann es kaum glauben, dass sie für die nächsten Wochen, sich keine Sorgen mehr um den Reis machen muss, sie fällt mir um den Hals und bedankt sich sehr!

Ein gutes Gefühl breitet sich aus! Die Frauen sind erleichtert und haben für die nächsten Wochen für ihre vielen Kinder genug zu essen. Doch auch intellektuell und seelisch konnten sie etwas Neues kennenlernen. Adama, die sonst noch nicht Mitglied werden wollte, entscheidet sich spontan dazu, sie möchte nicht nur Textilbeutel für unser Hibiskus-Tee nähen, sondern auch als Projektpartnerin dabei sein. Das Meeting war eindeutig ein erster wichtiger Schritt und ein Erfolg!

Optimismus ist in seinem Wesen keine Ansicht über die gegenwärtige Situation, sondern es ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung. Dabei hofft man nicht auf Unmögliches, sondern versucht, die Zukunft im Rahmen des Möglichen zu gestalten. Optimismus ist ein Aufruf zum Handeln, eine Verpflichtung sich nicht abzufinden. Optimismus der nur hofft und nicht handelt, ist nutzlos.

Der Verein macht sich zum Ziel Optimismus in Gambia und in der Schweiz zu verbreiten, eine Schlüsselfähigkeit! Durch materielle Unterstützung und wichtige Handlungsimpulse wie, positives Denken, Gemeinschaftserfahrung, gegenseitige Wertschätzung über die Landesgrenze hinaus, Austausch und Inspiration, wächst Optimismus: Damit lässt sich die Zukunft neu gestalten!

So sinnierten wir am Meeting auch über neue Geschäftsideen, die wieder etwas Geld einbringen könnten. Eine Fraue meinte, gegen den Schluss des Austausches, sie wünschten sich eine Saftpresse, damit sie das ganze Jahr, Saft aus den Früchten pressen und verkaufen könnte. Daraufhin haben wir gemerkt, dass wir mit zwei Pressen an zwei verschiedenen Standorten 4 Frauen unterstützen könnten, da je zwei Nachbarinnen sind und sich die Presse teilen könnten.

Das weitere Vorgehen war schnell entschieden: Fanta will den Preis für die Saftpresse in Erfahrung bringen und Preisvergleiche anstellen. Wir Frauen in der Schweiz werden nun das Thema angehen und das nötige Geld organisieren.Spenden sind herzlich willkommen!

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